sprich.Clartext

2027

21. – 27. Jänner 2027

kostenlos via Zoom

Kostenloses Online Event

5 Tage Programm

+20 Vortragende

9 Programmpunkte

Die Konferenz für pflegende Angehörige

Familienmitglieder übernehmen bis zu 80% des Pflege- und Betreuungsbedarfs in Österreich. Damit sind sie in der Rolle der pflegenden Angehörigen systemrelevant und bilden die Basis unseres Pflege- und Betreuungssystems. Oft bleibt ihr enormer Beitrag jedoch ungesehen. 

Die Online-Konferenz sprich.Clartext von Alles Clara rückt ihre Lebensrealitäten in den Mittelpunkt und schafft Raum für Austausch, Anerkennung und konkrete Unterstützung. Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis beleuchten zentrale Herausforderungen pflegender Angehöriger.

Rollenwechsel

Verlust

Orientierung im
Pflegedschungel

Demenz

Rechte und Pflichten

Überforderung

Das Programm

Donnerstag, 21.01.2027

17:30 – 19:00: Diskussionsrunde: Wer ist zuständig? Wie Übergänge im Pflege- und Betreuungssystem (nicht) zur Hürde werden.

Im Pflege- und Betreuungssystem entstehen Versorgungslücken selten durch das vollständige Fehlen von Angeboten. Sie entstehen vor allem dort, wo unterschiedliche Systeme, Zuständigkeiten und Lebensbereiche aufeinandertreffen – an den Schnittstellen zwischen Versorgung, Alltag und institutionellen Strukturen. Diese Brüche zeigen sich besonders deutlich an Übergängen: etwa beim Wechsel vom Krankenhaus in die häusliche Pflege, bei Veränderungen des Pflegebedarfs, beim Einstieg oder Ausstieg aus Betreuungssystemen, Zeiten reduzierter Unterstützung oder beim Wegfall von Angeboten.

So unterschiedlich die Situationen auch sind, die Herausforderungen bleiben ähnlich. Zuständigkeiten sind oft unklar, Koordination fehlt oder beginnt zu spät. Pflegende Angehörige sind in solchen Situationen oft auf sich allein gestellt. Sie müssen Informationen einholen, Unterstützung koordinieren und kurzfristig Lösungen finden.

Die Auftaktdiskussionsrunde richtet den Blick daher bewusst auf die Vielfalt von Übergängen im Pflege- und Betreuungssystem: Wo entstehen Versorgungslücken? Warum entstehen sie und wen betreffen sie besonders? Wie können Übergänge gut gestaltet werden?

Vortrag und Diskussionsrunde:
Vertreter:in der BAG (Österreichisches Rotes Kreuz)
DGKS, DSAin Petra Schmidt, MSc. (Caritas Österreich)

Diskussionsrunde:
Birgit Meinhard-Schiebel (Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger)

Moderation:
Nonno Breuss, MPA

Freitag, 22.01.2027

10:00 – 12:00: Praxisimpuls: Was steht mir zu? Rechtliche Tipps für pflegende Angehörige

Wenn sich ein Familienmitglied nicht mehr alleine versorgen kann, werden Angehörige meist mit einer Vielzahl rechtlicher, finanzieller und organisatorischer Fragen konfrontiert. Welche Leistungen stehen ihnen zu? Was gilt bei Pflegegeld, Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit? Welche Möglichkeiten der Absicherung, Förderung und Entlastung gibt es?

Expert:innen der Arbeiterkammer Niederösterreich geben einen praxisnahen Überblick über zentrale arbeits- und sozialrechtliche Regelungen, geben Tipps und beantworten Fragen. 

vorgestellt von:
Mag.a Viktoria Meisermann (Arbeiterkammer NÖ)
Mag. Daniel Watzke, MA (Arbeiterkammer NÖ)

Moderation:
Michaela Greifeneder (Alles Clara)

15:00 – 16:30: Diskussionsrunde: Gut begleitet statt allein gelassen. Orientierung im Angebotsdschungel für pflegende Angehörige.

Österreich verfügt über eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige – von mobilen Diensten über Beratungsstellen bis hin zu finanziellen Leistungen. Dennoch finden viele Betroffene keine für ihre Situation passende Unterstützung. Die Herausforderungen liegen nicht immer im Fehlen von Angeboten, sondern im Zugang. Die Angebotslandschaft ist komplex und regional unterschiedlich ausgestattet. Angehörige müssen Informationen recherchieren, Zuständigkeiten klären, Leistungen vergleichen, Anträge stellen und bürokratische Hürden bewältigen und das häufig in einer Lebensphase, die von Zeitmangel, Unsicherheit und hoher Belastung geprägt ist. Umso wichtiger sind Angebote und Akteur:innen, die Orientierung bieten, Bedarfe frühzeitig erkennen und Angehörige auf ihrem Weg begleiten.

Die Diskussionsrunde beleuchtet die bestehende Unterstützungslandschaft, identifiziert Herausforderungen im Zugang und geht der Frage nach, wie Orientierung in einer komplexen Angebotslandschaft erleichtert werden kann.

Vortrag und Diskussionsrunde:
Philipp Heinrich, BA (Gesundheit Österreich GmbH)

Diskussionsrunde:
DGKP Sandra Fartek (Soziale Dienste Burgenland und Alles Clara Beraterin)

Moderation:
Nonno Breuss, MPA

Montag, 25.01.2027

12:00 – 12:30: Praxisimpuls: Demenz interaktiv begreifen. Der Demenzsimulator von Hands on Dementia.

Menschen mit Demenz nehmen ihre Umwelt oft anders wahr und obwohl alles für sie einen Sinn hat, lässt sich ihr Verhalten oft nur schwer nachvollziehen. In diesem Praxisimpuls wird das Angebot von Hands on Dementia vorgestellt. Der entwickelte Demenzsimulator hilft dabei die Lebenswelt von Menschen mit Demenz besser verständlich zu machen und macht Veränderungen in Wahrnehmung, Orientierung und Kommunikation erlebbar.

vorgestellt von:
Leon Maluck (Hands on Dementia)

Moderation:
Michaela Greifeneder (Alles Clara)

17:30 – 19:00: Diskussionsrunde: Wenn Vertrautes fremd wird. Herausforderungen für Angehörige von Menschen mit Demenz.

Eine Demenzerkrankung verändert nicht nur das Leben der betroffenen Person, sondern auch das ihrer Angehörigen und die Beziehungen zueinander. Viele Angehörige erleben einen schmerzhaften “Abschied auf Raten”: Die vertraute Person ist körperlich noch da, verändert sich jedoch zunehmend in ihrer Wahrnehmung, ihrem Verhalten und ihrer Persönlichkeit. Die gemeinsame Biografie, die eine Beziehung über Jahre oder Jahrzehnte geprägt hat, scheint Stück für Stück verloren zu gehen. Missverständnisse und Frustration können entstehen, wenn Gespräche nicht mehr gelingen oder Wahrnehmungen und Erinnerungen voneinander abweichen. Zusätzlich können Verhaltensänderungen, Unruhe, Weglauftendenzen oder eine Umkehr des Tag-Nacht-Rhythmus die Betreuungs- und Pflegesituation zusätzlich erschweren. Viele Angehörige erleben über einen langen Zeitraum eine enorme körperliche und psychische Belastung.

Die Diskussionsrunde beleuchtet die besonderen Herausforderungen, die mit einer Demenzerkrankung für Betroffene und ihre Angehörigen einhergehen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach dem Umgang mit Überforderungen und veränderten Beziehungen ebenso wie Strategien für den Alltag, Möglichkeiten der Entlastung sowie Wege, Lebensqualität und Verbundenheit trotz Erkrankung zu erhalten.

Vortrag und Diskussionsrunde:
Drin phil. Paulina Wosko (Gesundheit Österreich GmbH)

Diskussionsrunde:
Friederike de Maeyer (Demenz Selbsthilfe Austria)
DGKP Ulrike Wechtitsch, MSc. (Hilfswerk Steiermark)

Dienstag, 26.01.2027

12:00 – 12:30: Praxisimpuls

…coming soon.

…coming soon.

17:30 – 19:00: Diskussionsrunde: Was tun, wenn man an seine Grenzen stößt? Überforderung, Krisen und herausfordernde Situationen im Pflegealltag.

Pflegende Angehörige leisten täglich Enormes – oft über lange Zeit und unter hoher emotionaler, körperlicher und organisatorischer Belastung. Zur Verantwortung für Betreuung Pflege, Organisation und emotionaler Begleitung kommen oft Anforderungen des eigenen Berufs- und Familienlebens hinzu. Viele Angehörige erleben Phasen großer Erschöpfung, Unsicherheit und Überforderung und können dabei an ihre Grenzen geraten. Diese Situationen bleiben für Außenstehende häufig unsichtbar. Belastungsgrenzen wahrzunehmen, Unterstützung anzunehmen oder rechtzeitig Hilfe zu suchen, wird oftmals zur Herausforderung.

Die Diskussionsrunde widmet sich den Belastungen und Krisen, die pflegende Angehörige erleben. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus der Praxis, Warnsignale für Überforderung, Möglichkeiten der Prävention sowie Unterstützungsangebote für akute Krisensituationen. Es soll diskutiert werden, was Angehörige stärkt und welche Rahmenbedingungen Entlastung schaffen.

Vortrag und Diskussionsrunde:
DGKP Teresa Millner-Kurzbauer, MBA (Volkshilfe Österreich)


Diskussionsrunde:
Caroline Leitner, MSc. (Caritas Wien)

Mittwoch, 27.01.2027

12:00 – 12:30: Praxisimpuls: Was hilft mir, wenn es stürmt? Rainbows unterstützt Kinder und Jugendliche in belastenden Lebenssituationen.

Rainbows begleitet Kinder, Jugendliche und ihre Familien in schwierigen Lebenssituationen wie Trennung, Scheidung oder dem Verlust naher Bezugspersonen. Mit qualitätsgesicherten Angeboten, geschulten Fachkräften und einem wertschätzenden Ansatz unterstützt Rainbows junge Menschen dabei, belastende Erfahrungen zu verarbeiten, ihre Gefühle auszudrücken und gestärkt in die Zukunft zu gehen. Dabei werden auch Eltern und Bezugspersonen aktiv in die Begleitung einbezogen. 

vorgestellt von:
Sarah Eggert-Rainer, BA (Rainbows – LebensGroß)

Moderation:
Michaela Greifeneder (Alles Clara)

17:30 – 19:00: Diskussionsrunde: Wie kann es jetzt weitergehen? Verlust, Trauer und Neuorientierung im Pflegeverlauf.

Die Betreuung und Pflege eines nahestehenden Menschen ist häufig von Verlust- und Abschiedserfahrungen begleitet. Trauer beginnt dabei oft vor dem Tod, als schrittweiser Abschied – etwa mit einer Diagnose oder dem Verlust von Fähigkeiten. Der Tod eines nahestehenden Menschen bringt neben der persönlichen und emotionalen Ebene auch eine Vielzahl an organisatorischen und strukturellen Herausforderungen mit sich. Hinzu kommt, dass Unterstützungsleistungen und bestehende Versorgungsstrukturen oft mit dem Tod enden, während die Herausforderungen für Angehörige noch lange nicht abgeschlossen sind.

Für viele Menschen bedeutet das Ende einer Pflegesituation zudem eine Phase der Neuorientierung. Rollen, Aufgaben und Tagesstrukturen, die den Alltag oft über Jahre geprägt haben, fallen weg und müssen neu gestaltet werden. Neben der Bewältigung von Verlust und Trauer stellt sich daher auch die Frage, wie ein Leben nach der Pflege aussehen kann.

Die Abschlussdiskussion widmet sich Verlust, Abschied und Trauer. Wie erleben Angehörige diese Prozesse in unterschiedlichen Phasen des Pflegeverlaufs? Welche emotionalen, organisatorischen und finanziellen Herausforderungen entstehen nach dem Tod eines nahestehenden Menschen? Und wie können Angehörige in dieser Zeit begleitet werden, damit nach Verlust und Abschied wieder Orientierung, Halt und neue Perspektiven entstehen können?

Vortrag und Diskussionsrunde:
Mag.a Elke Schmidl (AkutBetreuung Wien)
Mag.a Maria Streli-Wolf (Tiroler Hospiz-Gemeinschaft)

Diskussionsrunde:
DGKP Lydia Maier (Diakonie de La Tour und Alles Clara Beraterin)
Mag.a Martina Löwe (Österreichische Krebshilfe)

Moderation:
Nonno Breuss, MPH

 

Programmkomitee

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