Psychische Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft weiterhin ein Tabuthema, über das kaum gesprochen wird, obwohl es uns alle angeht. 25% der Menschen in Westeuropa erleiden einmal im Leben eine behandlungsbedürftige psychische Störung, wie z.B. Depression. (Quelle: Elisabeth Wagner – Psychische Störungen verstehen).
Psychische Erkrankungen betreffen nicht nur Erkrankte selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld – oft tiefgreifend und über lange Zeit. In der Begleitung psychisch erkrankter Menschen nehmen Angehörige eine zentrale Rolle ein. und stehen dabei vor vielfältigen Herausforderungen: Sie erkennen erste Veränderungen, versuchen Hilfe anzubieten und durchlaufen selbst Phasen der Krankheitsverarbeitung – von Leugnen über Verharmlosung und Unsicherheit hin zur Akzeptanz. Unwissenheit und Unsicherheit, wie man helfen kann, ohne sich selbst zu verlieren, sind oft groß. Viele Angehörige engagieren sich intensiv, oft über ihre eigenen Kräfte hinaus und werden dabei mit ihren eigenen Belastungsgrenzen konfrontiert, die von emotionaler Überforderung bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen reichen können.
Die Diskussionsrunde gibt einen Überblick über unterschiedliche Krankheitsbilder und betroffene Angehörigengruppen. Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis diskutieren zentrale Fragen wie: Wie erkennt man eine psychische Erkrankung und reagiert angemessen darauf? Wo finden Angehörige Informationen über die Erkrankung und Hilfsangebote? Wie gelingt es, unterstützend zu sein und gleichzeitig klare Grenzen zu setzen – für den anderen und für sich selbst?