Potentiale
aufzeigen
Mut machen
und inspirieren
Forschung und Wissen teilen
Programm
Donnerstag, 22.01.2026 | 17:30 – 19:30
Wie kann ein gutes Leben für Alle gelingen?
Die Zukunft von Betreuung und Pflege in einer alternden Gesellschaft.

Die demografische Entwicklung stellt uns vor große gesellschaftliche Herausforderungen. Die Zahl älterer und damit auch pflegebedürftiger Menschen steigt kontinuierlich. Gleichzeitig geraten unser Gesundheitssystem, Pflegeeinrichtungen und Spitäler und nicht zuletzt Familien zunehmend an ihre Belastungsgrenzen.
Familien übernehmen bis zu 80% des gesamten Betreuungs- und Pflegebedarfs und sind damit eine unverzichtbare Stütze unserer Gesellschaft. Ihre Rolle der betreuenden und pflegenden An- und Zugehörigen übernehmen sie meist aus Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig sind sie durch die damit verbundenen emotionalen, finanziellen, körperlichen und zeitlichen Belastungen oftmals überfordert. Die Konsequenzen zeigen sich nicht nur gesundheitlich – etwa in stressbedingten oder körperlichen Erkrankungen -, sondern betreffen häufig auch den Arbeitsmarkt. So reduzieren pflegende Angehörige oftmals ihr Beschäftigungsausmaß aufgrund der Pflegebedürftigkeit von beispielsweise ihren Eltern oder scheiden frühzeitig aus dem Erwerbsleben aus. Dies hat gravierende Folgen sowohl individuell als auch auf den Arbeitsmarkt und damit auf die gesamte Volkswirtschaft. Dem herrschenden Fachkräftemangel versuchen wir unter anderem durch die Anhebung des Pensionsantrittsalters entgegenzuwirken – was nur schwer gelingen kann, wenn Menschen, insbesondere Frauen, bereits lange vor dem Pensionsalter aufgrund der Pflegebedürftigkeit ihrer Angehörigen aus dem Berufsleben ausscheiden.
Diese Entwicklungen stellen uns und unsere sozialen Systeme zunehmend auf die Probe und werfen grundlegende gesellschaftliche Fragen auf.
Zum Auftakt der Online-Konferenz 2026 soll diese Diskussionsrunde die großen gesellschaftlichen Fragen aufgreifen, ohne dabei die individuelle Ebene von Betroffenen zu vergessen. Mit dem Fokus auf Pflege und Betreuung gehen wir folgenden Fragen nach: In welcher Gesellschaft möchten wir zusammenleben und was macht gesellschaftlich wie individuell ein gutes Leben aus? Wie müss(t)en unsere Systeme gestaltet sein, um dieses gute Leben zu ermöglichen? Welche Verantwortung tragen dabei Politik, Wirtschaft und auch wir ganz individuell?
Als Basis für die Diskussion bringen Prof.in Monika Köppl-Turyna und Prof. Holger Bonin Analysen zum Status Quo sowie erste Gedanken zum gesellschaftlichen Miteinander ein. Die Diskussion wird durch die Perspektiven und Reflexion von Judith Litschauer, Elisabeth Anselm und Prof. Klaus Wegleitner angereichert und ergänzt.
Sprecher:innen
Vortrag und Diskussionsrunde
Prof. Dr. Holger Bonin
IHS - Institut für Höhere Studien
Diskussionsrunde
Mag.a Elisabeth Anselm
Hilfswerk Österreich
Diskussionsrunde
Judith Litschauer, MSc. MA.
Arbeiterkammer Niederösterreich
Diskussionsrunde
Assoz.Prof. Dr. phil. Klaus Wegleitner
Karl-Franzens-Universität Graz
Vortrag und Diskussionsrunde
Prof. Dr. Holger Bonin
IHS - Institut für Höhere Studien
Diskussionsrunde
Mag.a Elisabeth Anselm
Hilfswerk Österreich
Diskussionsrunde
Judith Litschauer, MSc. MA.
Arbeiterkammer Niederösterreich
Diskussionsrunde
Assoz.Prof. Dr. phil. Klaus Wegleitner
Karl-Franzens-Universität Graz
Freitag, 23.01.2026 | 12:00 – 12:20
Praxisimpuls: „Mit Lebens.Liebe begleiten.“
LeLi - Tageszentrum für Menschen mit Essstörungen.

LeLi, das Tageszentrum für Menschen mit Essstörungen, stellt ein niederschwelliges Angebot dar, das die Versorgungslücke zwischen stationärem Aufenthalt und dem Leben zu Hause schließt. Essstörungen wie Anorexie, Bulimie oder Binge-Eating-Störung sind komplexe psychische Erkrankungen mit vielen Gesichtern – sie betreffen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern fordern auch das familiäre Umfeld oft über lange Zeit hinweg heraus.
Der Praxisimpuls gibt Einblicke in die Arbeit von LeLi und zeigt, wie Angehörige von Betroffenen durch Informations- und Gruppenangebote gezielt unterstützt werden können. Dabei geht es nicht nur um Wissen über die Erkrankung, sondern auch um die emotionale Begleitung und die Frage, wie man helfen kann. Angehörige spielen eine zentrale Rolle beim Erkennen und Überwinden der Krankheit – und brauchen selbst Raum für Austausch, Verständnis und Selbstfürsorge.
Sprecher:innen
Freitag, 23.01.2026 | 15:00 – 16:30
Zwischen Unterstützung und Abgrenzung.
Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen.

Psychische Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft weiterhin ein Tabuthema, über das kaum gesprochen wird, obwohl es uns alle angeht. 25% der Menschen in Westeuropa erleiden einmal im Leben eine behandlungsbedürftige psychische Störung, wie z.B. Depression. (Quelle: Elisabeth Wagner – Psychische Störungen verstehen).
Psychische Erkrankungen betreffen nicht nur Erkrankte selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld – oft tiefgreifend und über lange Zeit. In der Begleitung psychisch erkrankter Menschen nehmen Angehörige eine zentrale Rolle ein. und stehen dabei vor vielfältigen Herausforderungen: Sie erkennen erste Veränderungen, versuchen Hilfe anzubieten und durchlaufen selbst Phasen der Krankheitsverarbeitung – von Leugnen über Verharmlosung und Unsicherheit hin zur Akzeptanz. Unwissenheit und Unsicherheit, wie man helfen kann, ohne sich selbst zu verlieren, sind oft groß. Viele Angehörige engagieren sich intensiv, oft über ihre eigenen Kräfte hinaus und werden dabei mit ihren eigenen Belastungsgrenzen konfrontiert, die von emotionaler Überforderung bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen reichen können.
Die Diskussionsrunde gibt einen Überblick über unterschiedliche Krankheitsbilder und betroffene Angehörigengruppen. Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis diskutieren zentrale Fragen wie: Wie erkennt man eine psychische Erkrankung und reagiert angemessen darauf? Wo finden Angehörige Informationen über die Erkrankung und Hilfsangebote? Wie gelingt es, unterstützend zu sein und gleichzeitig klare Grenzen zu setzen – für den anderen und für sich selbst?
Sprecher:innen
Vortrag und Diskussionsrunde
Mag. Edwin Ladinser
HPE - Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter
Diskussionsrunde
Heidemarie Eher, MBA. BA. BSc.
Verein JoJo - für psychisch belastete Familien
Vortrag und Diskussionsrunde
Mag. Edwin Ladinser
HPE - Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter
Diskussionsrunde
Heidemarie Eher, MBA. BA. BSc.
Verein JoJo - für psychisch belastete Familien
Montag, 26.01.2026 | 12:00 – 12:20
Praxisimpuls: „Für morgen entscheiden und vorsorgen.“
Erwachsenenvertretung, Vorsorgevollmacht, Patient:innenverfügung - Wissenswertes für Angehörige.

Wenn ein geliebter Mensch nicht mehr selbst entscheiden kann, stehen Angehörige oft vor schwierigen rechtlichen und emotionalen Fragen. In diesem Praxisimpuls werden die wichtigsten Instrumente der Vorsorge vorgestellt: die Vorsorgevollmacht, die Patient:innenverfügung und die Erwachsenenvertretung.
Der Impuls bietet einen kompakten Überblick über die Unterschiede und Einsatzbereiche und zeigt, wie Angehörige sich frühzeitig informieren können. Was bedeutet es, eine Vorsorgevollmacht zu übernehmen? Welche Pflichten sind mit einer Erwachsenenvertretung verbunden? Neben den juristischen Fakten geht es auch um die emotionale Dimension. Welche schwierigen Themen sollten im Vorfeld angesprochen werden – etwa Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Lebensende und persönliche Werte?
Ziel ist es, Angehörige zu stärken – durch Wissen, Klarheit und das Gefühl vorbereitet zu sein.
Sprecher:innen
Montag, 26.01.2026 | 17:30 – 19:00
Vom Familienmitglied zur Pflegeperson.
Rollenwechsel, familiäre Beziehungen und Unterstützungsnetzwerke im Fokus.

Sobald ein Mensch zu Hause pflegebedürftig wird, übernimmt in den meisten Fällen die Familie die Pflege und Betreuung – oft über viele Jahre. Die Rolle der pflegenden Angehörigen ist dabei alles andere als eindeutig: Sie umfasst ein Bündel an Aufgaben, Erwartungen und soziale Zuschreibungen, die sich je nach Beziehung, Krankheitsverlauf und familiärer Konstellation verändern.
Die Pflegebeziehung hat meist eine Vorgeschichte – sie entsteht aus einer bereits bestehenden Fürsorgebeziehung, in der Verantwortung und Nähe schon vor der Pflegebedürftigkeit gelebt wurden. Pflege kann Nähe und Zusammenhalt stärken, bringt aber auch Herausforderungen wie Überforderung, Konflikte und emotionale Belastungen mit sich. Funktionierende Unterstützungsnetzwerke sind daher essenziell – sie müssen aktiv aufgebaut, gepflegt und an sich verändernde Bedingungen angepasst werden. Dabei sind individuelle Ressourcen, gegenseitige Erwartungen und das Bewusstsein für die eigene Rolle innerhalb eines Netzwerks von Bedeutung.
In dieser Diskussionsrunde beleuchten Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis, wie sich familiäre Beziehungen im Pflegeverlauf verändern, welche Konflikte häufig auftreten und welche Strategien zur Entlastung beitragen können. Es geht um die Frage, wie ein stabiles, individuell passendes Unterstützungsnetzwerk aufgebaut und erhalten werden kann.
Sprecher:innen
Vortrag und Diskussionsrunde
DSAin. Bettina Pußwald, MSM.
Hilfswerk Steiermark
Vortrag und Diskussionsrunde
Diskussionsrunde
Mag.a Helene Dohr
Diakonie de La Tour
Diskussionsrunde
DGKP Sylvia Schrötter-Lang
Volkshilfe Oberösterreich und Alles Clara Beraterin
Vortrag und Diskussionsrunde
DSAin. Bettina Pußwald, MSM.
Hilfswerk Steiermark
Vortrag und Diskussionsrunde
Diskussionsrunde
Mag.a Helene Dohr
Diakonie de La Tour
Diskussionsrunde
DGKP Sylvia Schrötter-Lang
Volkshilfe Oberösterreich und Alles Clara Beraterin
Dienstag, 27.01.2026 | 12:00 – 12:20
Praxisimpuls: Katastrophenvorsorge
Leitfaden zur Vorbereitung auf Naturkatastrophen für pflegende Angehörige.

Naturkatastrophen wie Hochwasser, Sturm oder extreme Hitze treffen unsere Gesellschaft zunehmend. Von den Auswirkungen besonders betroffen sind vulnerable Personengruppen – darunter pflegebedürftige Menschen und somit auch ihre Angehörigen. Das Hochwasser im September 2024 hat gezeigt, wie rasch Versorgungssysteme an ihre Grenzen stoßen können. Evakuierungen, Stromausfälle oder blockierte Wege können die Versorgung von Pflegebedürftigen gefährden und somit Angehörige in akute Krisensituationen bringen.
Dieser Praxisimpuls stellt einen speziell entwickelten Leitfaden zur Katastrophenvorsorge für pflegende Angehörige vor. Er basiert auf den Empfehlungen des Zivilschutz Österreich und wurde gemeinsam mit Expert:innen aus Katastrophenmanagement, Pflegepraxis und Angehörigenvertretung erarbeitet. Ziel ist es, pflegende Angehörige zu stärken – durch konkrete Handlungsempfehlungen, Checklisten und praktische Tipps für den Ernstfall.
Sprecher:innen
vorgestellt von
vorgestellt von
Dienstag, 27.01.2026 | 17:30 – 19:00
Nicht erst, wenn´s brennt.
Wie pflegende Angehörige frühzeitig erreicht werden können.

Pflegende Angehörige sind eine tragende Säule im österreichischen Pflegesystem. Sie leisten täglich Enormes – meist im Verborgenen und ohne Unterstützung. Pflege beginnt oft schleichend mit kleinen Hilfestellungen im Alltag, die sich allmählich zu umfassender Betreuung entwickeln. Viele Menschen erkennen sich erst spät als pflegende Angehörige – Unterstützungsangebote bleiben ungenutzt und die Belastung steigt.
Damit Hilfe nicht erst kommt, wenn die Belastung zu groß ist, braucht es Strategien zur frühzeitigen Erreichbarkeit. Pflegende Angehörige sind eine heterogene Gruppe und in allen gesellschaftlichen Bereichen vertreten – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft oder Lebenssituation. Um sie wirksam zu erreichen, braucht es zielgerichtete Ansätze, die die Realität der Betroffenen berücksichtigen.
Im Mittelpunkt der Diskussionsrunde steht die Frage, wie pflegende Angehörige frühzeitig und wirksam angesprochen werden können. Welche Kanäle und Formate funktionieren in unterschiedlichen Lebenslagen? Welche Akteur:innen, Synergien und Kooperationen braucht es, um pflegende Angehörige zu unterstützen, bevor es brennt?
Sprecher:innen
Vortrag und Diskussionsrunde
Dr.in Monika Riedel
IHS - Institut für Höhere Studien
Diskussionsrunde
Nina Maierl-Smoltschnik
LebensGroß
Vortrag und Diskussionsrunde
Dr.in Monika Riedel
IHS - Institut für Höhere Studien
Diskussionsrunde
Nina Maierl-Smoltschnik
LebensGroß
Mittwoch, 28.01.2026 | 12:00 – 12:20
Praxisimpuls: „InterCare“
Young Carers im internationalen Vergleich.

Junge Menschen, die sich neben Schule, Ausbildung oder Studium um ältere, kranke oder Angehörige mit Behinderung kümmern, sind eine große, aber oft unsichtbare Gruppe. In Deutschland betrifft dies etwa jeden achten jungen Menschen in Ausbildung. Diese Verantwortung beeinflusst Bildungswege, Entscheidungen und die Vereinbarkeit von Alltag und Ausbildung erheblich.
Das Forschungsprojekt „InterCare“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main untersucht diese Situation erstmals umfassend und zieht einen internationalen Vergleich zwischen der Situation in Deutschland, Großbritannien und Polen.
Sprecher:innen
Mittwoch, 28.01.2026 | 17:30 – 19:30
Zwischen Care-Mode und Zukunftsplänen.
Wenn Kinder und Jugendliche pflegen.

Kinder und Jugendliche, die Verantwortung für die Pflege von Angehörigen übernehmen, sind eine weitgehend unsichtbare Gruppe, obwohl diese Situation das Leben vieler junger Menschen prägt. 42.700 Kinder und Jugendliche in Österreich kümmern sich regelmäßig um kranke, ältere oder beeinträchtigte Angehörige. Diese Verantwortung beeinflusst nicht nur ihren Alltag, sondern auch Bildungschancen, Berufswahl und soziale Entwicklung.
Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wie gelingt es, Schule und Pflege zu vereinbaren? Wann und wo holen sich junge Menschen Unterstützung, und welche Rolle spielen Familie, Freund:innen und Lehrkräfte? Welche Berufsgruppen und Institutionen müssen sensibilisiert werden, um Young Carer frühzeitig zu erkennen und zu stärken?
Die Diskussionsrunde bringt Expert:innen aus Forschung und Praxis zusammen, um Antworten zu finden und Wege aufzuzeigen, wie diese jungen Menschen sichtbar gemacht und unterstützt werden können. Ein Beitrag aus dem aktuellen Partizipationsprojekt „Young Carers in Österreich“ liefert erste Erkenntnisse und Impulse für die Diskussion.
Sprecher:innen
Diskussionsrunde
DGKS Anneliese Gottwald
Superhands
Diskussionsrunde
Sonja Kuba, MSc.
Österreichisches Jugendrotkreuz
Diskussionsrunde
Dipl-Soz.päd. Christine Piriwe
Rat auf Draht
Diskussionsrunde
DGKS Anneliese Gottwald
Superhands
Diskussionsrunde
Sonja Kuba, MSc.
Österreichisches Jugendrotkreuz
Diskussionsrunde
Dipl-Soz.päd. Christine Piriwe
Rat auf Draht
Moderation
