Der Stellenwert der Familie in der häuslichen Pflege

Beraterin Daniela teilt Wissen und erzählt aus ihren Erfahrungen

Daniela, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin bei der Caritas St. Pölten und Beraterin bei Alles Clara, beleuchtet in diesem Artikel die zentrale Rolle der Familie in der häuslichen Pflege. Mit ihrer langjährigen Erfahrung, ihrem Einfühlungsvermögen und praxisnahen Beispielen zeigt sie, wie Angehörige nicht nur entlastet, sondern aktiv in den Pflegeprozess eingebunden werden können. Ihr Beitrag soll Pflegepersonen und Familien gleichermaßen ermutigen, die familiären Ressourcen zu erkennen und zu nutzen – für eine Pflege, die auf Vertrauen, Nähe und Zusammenarbeit basiert.

Daniela ist diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin bei der Caritas St. Pölten und Beraterin bei Alles Clara.

Die Familie spielt eine zentrale Rolle in der Pflege von Angehörigen und stellt eine wertvolle Unterstützung für das professionelle Pflegepersonal dar. Mehr als 940.000 erwachsene Angehörige kümmern sich Tag für Tag um hilfebedürftige Familienmitglieder (BMAGPK). Das ist ein gesellschaftspolitisch bedeutender Beitrag, der nicht nur Anerkennung verdient, sondern auch gezielte Unterstützung.

Die Einbindung der Familie in den Pflegeprozess führt nachweislich zu besseren Ergebnissen für pflegebedürftige Menschen.

Doch wie sieht das konkret in der Praxis aus?

Viele Angehörige pflegen ihre Liebsten über Jahre hinweg – manche sogar über Jahrzehnte. Der Moment, in dem erstmals Hilfe von außen in Anspruch genommen wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Klar ist jedoch: Pflegende Angehörige kennen die Bedürfnisse, Gewohnheiten und Eigenheiten der pflegebedürftigen Person meist sehr genau. Sie wissen, was hilft, was beruhigt und was funktioniert.

Ein Beispiel aus meinem Berufsleben: Ein Familienmitglied hat für eine Angehörige, die mit einem Gips vor dem Wochenende aus dem Krankenhaus entlassen wurde, kurzerhand ein eigenes Zimmer-WC aus Holz gezimmert – weil der Weg zum Bad zu weit war. Solche kreativen Lösungen zeigen, wie wertvoll familiäre Ressourcen im Pflegealltag sein können.

Familie als Ressource im Pflegeprozess

Ziel der familienzentrierten Pflege ist es, diese Ressource „Familie“ aktiv in den Pflegeprozess einzubeziehen. Doch was genau bedeutet „Familie“?

„Eine Familie ist ein System – eine eigenständige Einheit mit Struktur und Rhythmus, die in einer Wechselbeziehung mit der Umwelt steht. Die einzelnen Familienangehörigen sind ihre Subsysteme. Die Familie bewegt sich in einem räumlichen und rhythmischen Muster. Das Wohlbefinden in der Familie ist abhängig von den Angehörigen, die alle auf ihre eigene Art Angst abbauen, aber auch zum Wohlbefinden aller zusammenarbeiten.“  

(Köhlen, Friedemann, 2016, S. 56)

Für Pflegepersonen ergeben sich daraus zentrale Fragen:

  • Wer gehört zur Familie?
  • Wie funktioniert das System Familie im konkreten Fall?

Das Zusammenspiel innerhalb einer Familie offenbart wertvolle Ressourcen für den Pflegealltag. Angehörige geben wichtige Informationen weiter, übernehmen Pflegetätigkeiten, organisieren Medikamente und begleiten ihre Liebsten durch den Alltag. Gleichzeitig äußern sie auch Sorgen und Ängste – und genau hier steht Alles Clara unterstützend zur Seite.

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