Bewegung ist gesund

– und wichtig für ALLE

In diesem Beitrag teilt Brigitte, diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger:in beim Hilfswerk Steiermark, ihre Erfahrung aus der Praxis. Sie weiß, wie entscheidend Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden ist – gerade auch im Kontext von Pflege und Betreuung. Denn wer sich selbst gut fühlt, kann auch besser für andere da sein. Angehörige, die sich um pflegebedürftige Menschen kümmern, profitieren besonders von regelmäßiger Aktivität: Sie stärkt nicht nur den eigenen Körper, sondern auch die innere Widerstandskraft.

Brigitte ist diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger:in beim Hilfswerk Steiermark und Beraterin bei Alles Clara.

Warum Bewegung so wichtig ist

Bewegung unterstützt Menschen jeden Alters dabei, ihre Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern. Sie stärkt das Herz-Kreislaufsystem, die Muskulatur, den Stoffwechsel und das Immunsystem. Körperlich aktive Personen sind seltener krank und bleiben länger selbstständig mobil und fit.

Auch das seelische und soziale Wohlbefinden wird gefördert: Bewegung wirkt stimmungsaufhellend, baut Stress ab und schafft neue Kontakte. Wer sich wohlfühlt und körperlich stabil ist, kann auch pflegende Aufgaben besser bewältigen – sei es in der Familie oder im beruflichen Umfeld.

Mögliche Folgen von Bewegungsmangel

  • Depressive Verstimmungen
  • Schwächung des Atmungssystems
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Diabetes Typ 2
  • Erhöhte Sturzanfälligkeit
  • Muskelschwäche, Rückenschmerzen
  • Übergewicht
  • Mangelnde Belastbarkeit
  • Eingeschränkte Mobilität

Positive Auswirkungen regelmäßiger Bewegung

  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Verbesserung der Gedächtnisleistung
  • Stressabbau und Entspannung
  • Stabilisierung des Blutdrucks
  • Förderung der Herz-Kreislauf-Funktion
  • Bessere Schlafqualität
  • Aufbau von Muskulatur
  • Verminderung von Sturzrisiken
  • Regulierung der Blutzuckerwerte
  • Erweiterung sozialer Kontakte

Bewegung im Alltag – kleine Schritte, große Wirkung

Gesunde Bewegung muss nicht kompliziert sein. Schon kleine Veränderungen im Alltag können viel bewirken: – Die Treppe statt den Aufzug nehmen – Im Garten arbeiten – Mit dem Fahrrad Besorgungen erledigen

Der wichtigste Schritt ist der vom „gar nichts“ zu „ein bisschen“. Auch gemeinsames Training in Gruppen kann motivieren und gleichzeitig soziale Bindung stärken.

Eine Mischung aus verschiedenen Bewegungsformen wirkt besonders positiv: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Beweglichkeit lassen sich gezielt fördern. Beim Wandern etwa werden Beinmuskulatur, Ausdauer und Koordination gleichzeitig trainiert. Gleichgewichtsübungen lassen sich leicht in den Alltag integrieren – etwa beim Zähneputzen auf einem Bein oder beim Gehen auf Zehenspitzen.

Vor dem Start: medizinische Beratung

Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen sollten vor Beginn einer neuen Bewegungsroutine ärztlichen Rat einholen. Die Art und Intensität der Bewegung sollte immer zur individuellen körperlichen Verfassung passen.

Bewegung stärkt auch die Pflegebeziehung

Wer sich selbst gut fühlt, kann auch besser für andere da sein. Angehörige, die regelmäßig aktiv sind, erleben oft mehr Energie, Belastbarkeit und emotionale Stabilität – wichtige Voraussetzungen, um pflegende Aufgaben mit Kraft und Zuversicht zu meistern.

Fazit

Bewegung kann den Alterungsprozess zwar nicht aufhalten, aber sie hilft, bis ins hohe Alter gesund und selbstbestimmt zu leben. Das Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ trifft den Kern: Aktivität ist ein Schlüssel zu mehr Lebensqualität – für sich selbst und für die Menschen, die man begleitet.

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