Anlässlich des bevorstehenden Tags der Pflege (12. Mai) diskutierten gestern (Donnerstag, 7. Mai) Expertinnen die Lage von pflegenden Angehörigen als Basis des Gesundheits- und Pflegesystems. Die Podiumsdiskussion (Un-)Vereinbar? Pflegende Angehörige als Basis des Gesundheits- und Pflegesystems stellte dabei die Lebensrealitäten pflegender Angehöriger in den Mittelpunkt.
In der hybriden Veranstaltung wurde deutlich, wie vielfältig diese Lebenssituationen sind und wie unterschiedlich die Herausforderungen, mit denen pflegende Angehörige täglich konfrontiert sind. Besonders sichtbar wurde, wie zentral finanzielle Unterstützung, Zugang zu niederschwelligen Angeboten und Wissen über vorhandene Entlastungsmöglichkeiten sind. Auch die Frage der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflege sowie mögliche Unterstützungen durch Arbeitgeber spielte eine große Rolle.
Die Rückschau ist auf Youtube verfügbar.
Nach der Begrüßung durch Gudrun Egger (ERSTE Stiftung) diskutierten:
- Mag. Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich und Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt
- Mag.a Iris Appiano Kugler, M.A., Leiterin der Abteilung Arbeitsmarktpolitik für Frauen des Arbeitsmarktservice Österreich
- Ing. Mag. Martina Mayr, Betriebspsychologin bei der Wiener Städtische Versicherung
- Birgit Meinhard‑Schiebel, Präsidentin der Interessensgemeinschaft Pflegender Angehöriger Sozialministerium
Moderation: Eser Akbaba
Nicole Traxler (Geschäftsführerin von Alles Clara) stellte im Zuge der Veranstlatung die 2. Auflage des „Leitfadens zur Vorbereitung auf Naturkatastrophen für pflegende Angehörige“ vor. Die Publikation wurde von Alles Clara initiiert und wurde gemeinsam mit dem Disaster Competence Network Austria, der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger, Lobby4Kids – Kinderlobby und dem Österreichischen Zivilschutzverband realisiert.
© Alles Clara/APA-Fotoservice/Richard Tanzer
Die Perspektiven der Sprecherinnen zeigten erneut eindrucksvoll, wie komplex die Realität pflegender Angehöriger ist und wie notwendig es ist, diesem Thema eine öffebtliche Bühne zu bieten.
Gudrun Egger
Vorstandsmitglied der ERSTE Stiftung

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„Pflegende Angehörige leisten einen wesentlichen Beitrag der Versorgung in Österreich. Sie machen das oft zusätzlich zu Beruf und Familie, unbemerkt von der Öffentlichkeit und ohne konkrete Unterstützung. Mit Alles Clara versuchen wir sie gemeinsam mit Partnern dabei zu unterstützen und somit einen Beitrag zur Lösung dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung zu leisten.“

Mag. Elisabeth Anselm
Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich und Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt
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„Wenn die Politik pflegende Angehörige ernst nimmt, muss sie mehr für die Pflege zu Hause tun! Andere Länder zeigen vor, was möglich ist.“
„Pflegende Angehörige brauchen mehr bedarfsgerechte und leistbare Unterstützungsangebote! Und sie brauchen auch dringend weniger Bürokratie!“
Mag.a Iris Appiano Kugler, M.A.
Leiterin der Abteilung Arbeitsmarktpolitik für Frauen des Arbeitsmarktservice Österreich

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„Beim Thema Pflege kumulieren mehrere problematische Entwicklungen und Fakten. Die Gesellschaft wird insgesamt älter: Langfristig bis 2080 nimmt die Zahl der über 65Jährigen um die Hälfte zu. Gleichzeitig nimmt die Erwerbsbevölkerung in Österreich insgesamt ab, plus der Trend eher höhere Ausbildungen zu absolvieren, womit auch die Fachkräfte auch in der Pflege fehlen.
Der Staat lagert die Verantwortung wie bei der Kinderbetreuung/Kinderbildung auch bei der Pflege an die ohnehin extrem unter Druck stehenden Frauen aus, auch daher arbeitet jede 2. Frau in Österreich mittlerweile in Teilzeit, was de facto Altersarmut bedeutet – Frauenpensionen sind um 40% niedriger als Männerpensionen.
Aus unternehmerischer Sicht sollten diese gesellschaftspolitischen Fakten und Rahmenbedingungen berücksichtigt werden und Angebote für pflegende Angehörige gemacht werden, da diese sonst aus dem Erwerbsprozess ausscheiden (müssen).“

Ing. Mag. Martina Mayr
Betriebspsychologin bei der Wiener Städtische Versicherung
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„Beim Thema Pflege kumulieren mehrere problematische Entwicklungen und Fakten. Die Gesellschaft wird insgesamt älter: Langfristig bis 2080 nimmt die Zahl der über 65Jährigen um die Hälfte zu. Gleichzeitig nimmt die Erwerbsbevölkerung in Österreich insgesamt ab, plus der Trend eher höhere Ausbildungen zu absolvieren, womit auch die Fachkräfte auch in der Pflege fehlen.“ „Pflege von Angehörigen ist für viele Erwerbstätige Realität, bleibt im Arbeitsalltag jedoch oft unsichtbar – umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorzusorgen, um Angehörige im Ernstfall spürbar zu entlasten“
Birgit Meinhard‑Schiebel
Präsidentin der Interessensgemeinschaft Pflegender Angehöriger Sozialministerium

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„Alleinerziehende pflegende Angehörige von erwachsenen Kindern mit schweren chronischen Erkrankungen oder einer Behinderung dürfen mit ihnen gemeinsam nicht in prekäre Lebenssituationen gedrängt werden. Ihnen gilt seit langem unsere besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung als Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger“
Weitere Eindrücke der Veranstaltung:







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